Cziráky Familiengeschichte



Cziráky von Czirák und Dénesfalva, Grafen. Ungarischer Grafenstand. Diplom von Kaiser Karl VI. (König Karl III von Ungarn) für Ladislaus Cziráky, k.k. Obersten im Jahr 1723. (Baronenstand von König Ferdinand II im Jahr 1620 an Mózes Cziráky. Bestätigt und erneuert für Ádám Cziráky im Jahr 1647 durch Ferdinand III.) Altes, ungarisches, in der Landesgeschichte oft ehrenvoll vorkommendes Adelsgeschlecht, welches schon im 12. Jahrh. unter König Bela II. blühte.  Die Familie stammt direkt vom altungarischen Clan (Geschlecht) der Vezekény der Árpád-Ära ab.  Als erster namentlich und urkundlich gesicherter Vorfahre gilt ein Mann namens Póka (oder Paul), dessen Name im Jahr 1247 offiziell aufgezeichnet wurde. Zum Ende des 14. Jahrhunderts legte die Familie den Clannamen Vezekény ab und nahm dauerhaft den Namen Cziráky an. Der Name leitet sich von ihrem historischen Stammsitz ab, der Ortschaft Czirák (heute: Cirák) im Komitat Sopron. – Mit der Zeit breitete sich der Stamm immer mehr aus und stieg an Ansehen und Besitz. Eine für die Familie wichtige Stammreihe beginnt mit 1. Mózes Baron Cziráky de eadem et Diênesfalva, königlicher Privatsekretär und einer der berümtesten Rechtsgelehrten seiner Zeit, verheiratet mit Ilona Kery de Ipoliker. 2. Graf Antal Mózes, Nationalrichter, Gründer und Direktor der Ungarsichen Akademie der Wissenschaften und v.a.m. 3. Graf János, u.a. Präsident der ungarischen Abteilung des Wiener Obersten Gerichts und ebenfalls Direktor der Ungarischen Akademie der Wissenschaften.



Die jetzigen Glieder des gräfl. Hauses sind Nachkommen des Grafen Anton, gest. 1852, Herrn der Herrschaften Lovasbéreny, Dénesfa und Kenyeri, k.k. Kämmerers, Geh. Rathes, Staats- und Conferenz-Ministers a.D. etc. Derselbe war dreimal vermählt: erst mit Julia Grf. Issésházy, gest. 1814, dann mit Maria Grf. Batthány, gest. 1840, und zuletzt mit Carolina Freiin v. Walterskirchen, geb. 1794, verw. Freifrau v. Ludwigsdorf. Aus der zweiten Ehe stammt das jetzige Haupt der Familie: Johann Graf Cziráky von Czirák und Dénesfalva, geb. 1818, Herr der Herrschaften Lovasbéreny, Dénesfa, Kenyeri und Rum, k.k. Kämmerer und Geh. Rath, Dr. der Rechte und vormaliger Präsident des Districtual-Obergerichts zu Pesth, verm. 1845 mit Louise Grf. Dezasse, geb. 1821, aus welcher Ehe, neben zwei Töchtern, Constantia, gen. 1847, und Louise, geb. 1848, drei Söhne stammen: Anton, geb. 1850, Adalbert, geb. 1852, und Johann, geb. 1854.

Lehotzky, II. S. 89 u. 90. – Ahnentafeln, Heft I. Frankfurt a.M. 1846, Tab. 10. – Deutsche Grafenhäuser der Gegenwart, III. S. 74 u. 75. – Genealogisches Taschenbücher der gräflichen Häuser, 1859, S. 191, u. Historische Handbücher zu demselben, S. 147.


König Béla IV. verleiht dem Magister Dionysius, Sohn des Bartholomeus von Vezekény, das Land der königlichen Waldhüter des Raabgebietes, Székás, im Komitat Ödenburg.


Orig. im Esterházy-Familienarchiv zu Galantha (A).
Druck: Sopronvm. okl. I, 30 n. 20.
Regesten: Tagányi, Magyar erdészeti okl. I, 12. – RA n. 1463.
1952 nicht auffindbar, Wiedergabe nach Druck.
Donationsbrief des Königs Béla IV. an den Magister Dionysius von Vezekény. 1265.
(Übersetzung aus dem Lateinischen. ) 


Béla, von Gottes Gnaden König von Ungarn, Kroatien, Dalmatien, Rama, Serbien, Galizien, Lodomerien und der Kumanen, entbietet allen, die diesen Brief einsehen werden, Heil in dem Heil aller. Es pflegen die Taten der Sterblichen schriftlich festgehalten zu werden, damit sie nicht durch die Länge der Zeit leichter dem Gedächtnis entgleiten. Daher wollen Wir durch den Inhalt dieses Schreibens zur allgemeinen Kenntnis bringen, dass unser treuer Magister Dionysius, Sohn des Bartholomeus von Veszkény, vor Uns erschien und bat, ihm ein gewisses Land im Komitat Sopron, genannt Székás, aus Unserer Freigebigkeit zu verleihen. Da Wir jedoch über die Beschaffenheit und den Umfang dieses Landes keine gesicherte Kenntnis hatten, beauftragten Wir Unseren geliebten und treuen Laurentius, Unseren Oberspeisemeister und Gespann des Komitates Sopron, dieses Land zu besichtigen und Uns Beschaffenheit, Umfang und alle Umstände desselben ausführlich schriftlich zu berichten. Dieser berichtete Uns, dass besagtes Land zu den Hütern Unserer Wälder an der Raab gehöre, dort fünf Ansiedlungen der Waldhüter lägen und es ohne Schaden für andere verliehen werden könne, sofern es der königlichen Hoheit gefalle.
Wir daher, in königlicher Weitsicht die Verdienste und treuen Dienste des Magisters Dionysius erwägend, die er Uns und der Krone in verschiedenen Feldzügen erwiesen hat — besonders wegen seines Blutvergießens, als Wir bei Moron gegen den König der Böhmen zogen und er, sich dem Schicksal preisgebend zum Schutz Unserer Person, lebensgefährlich verwundet wurde —, verleihen, schenken und übertragen Wir dem Magister Dionysius sowie seinen Erben und den Nachkommen seiner Erben aus königlicher Freigebigkeit das genannte Land Székás mit allen seinen Nutzungen und Zubehörden als ewigen und unveräußerlichen Besitz und Eigentum.
Die Grenzen dieses Landes werden in folgender Weise beschrieben: Beginnend am Fluss Rába, neben dem großen Graben des Magisters Dionysius, erstreckt es sich auf Ackerland in Richtung Westen; dann gelangt es durch ein Gehölz in ein gewisses Tal namens Kueser; durch das Tal Kueser laufend erstreckt es sich in Richtung des Landes der Edlen von Zemere und grenzt dort an das Land von Zemere; von dort geht es in Richtung Süden mit großen Grenzmarkierungen und zieht neben dem Land Zemere in Richtung Rába; von dort folgt es dem Lauf des Wassers und kehrt zum Ausgangspunkt zurück, nämlich zum Graben des vorgenannten Magisters Dionysius.
Damit nun die Folge dieser Angelegenheit ewige Rechtskraft erhalte, haben Wir dem Genannten diesen Brief durch die Bekräftigung Unseres doppelten Siegels erteilt. Gegeben durch die Hand des Magisters Farkas, des erwählten Bischofs von Székesfehérvár, Unseres geliebten und treuen Vizekanzlers, im Jahr des Herrn 1265, im dreißigsten Jahr Unserer Regierung. (Béla IV regierte seit 1235).
Siegel und Befestigung verloren.